Die Geschichte der Stadt Berlin ist lang und immer wieder wandlungsvoll. Als Hauptstadt wird in ihr natürlich heute noch Geschichte geschrieben. Schnell stieg sie nach Ihrer Gründung zu einem politisch kulturellen Zentrum auf und spielte in Kriegen eine gewichtige Rolle.
Die Jahrhunderte haben aber auch Prachtbauten entstehen lassen und die Kultur wie in einem Spiegel gebannt. Die erste Erwähnung der heutigen Metropole geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Damals schlossen sich die zwei Kaufmannssiedlungen Cölln und Berlin an der Spree sich zusammen.
Um das Jahr 1400 zählte die Stadt etwa 8.500 Einwohner, sollte aber weiter wachsen. 1411 begann in Berlin die fast 500-jährige Herrschaft des Hauses Hohenzollern. Bis zur nächsten Jahrhundertwende war die Einwohnerzahl rapide auf 12.000 angestiegen, der Bau des Berliner Schlosses begonnen worden, und die einstige Siedlung hatte sich zur politisch bedeutsamen Residenz des Kurfürsten entwickelt. Wenige Jahrzehnte später, 1939 vollzog sich die Reformation zum lutherschen Glauben, welcher ein Jahr später dann in ganz Brandenburg verkündet wurde. Heute ist etwa ein Viertel der Berliner evangelischen Glaubens.
Während des grausamen 30-jährigen Krieges (1618-1648) starb die Hälfte der Menschen, und viele Gebäude wurden zerstört. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Einwanderung nach Berlin erleichtert, und Juden und verfolgte Hugenotten gründeten eigene Viertel; nicht zuletzt dadurch wurde die Stadt wieder mit Leben gefüllt, und Wirtschaft und Handel erlebten einen Aufschwung.
1701 schließlich wird Berlin Residenzstadt. Um 1800 setzte mit der ersten Dampfmaschine die Industrialisierung ein, und der Wachstum auf rund 170.000 Einwohner war nicht mehr zu bremsen. Wachstum und Mechanisierung zeigten Mitte des 19. Jahrhunderts langsam ihre Schattenseiten: Von den mittlerweile 400.000 Menschen verelendeten immer mehr. 1848 kam es daher zur Revolution, deren Folge zahlreiche tote Zivilisten waren.
1877 wird die Millionengrenze überschritten, und Vorstädte, wie Wedding, Moabit, Tempelhof, Schöneberg und Spandau, wurden eingemeindet. 1912 mehr als 2 Mio. 1914-1918 Krieg, Hunger, Massenstreiks. 1918 kam es zur Revolution, Wilhelm II. dankt ab, die freie sozialistische Republik Deutschlands wurde ausgerufen. 1933 Hauptstadt des Nazi-Reiches. Hitler nutzte die olympischen Spiele 1936 in Berlin zur Propaganda und plante den Umbau der Stadt nach römischem Vorbild zur „Welthauptstadt Germania“. Ein Hinweis darauf ist heute noch die Position der Siegessäule, die das Zentrum eines Sterns aus Straßen bilden sollte. Die Nazis zerstörten die Berliner jüdische Gemeinde, deportierten Juden in das KZ Sachsenhausen und später nach Ausschwitz. Im Krieg wurden große Teile Berlins zerstört. 1945, nach dem Einmarsch der Roten Armee, wurde der Trümmerhaufen in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Der östliche Sektor gehörte nun zur Sowjetunion, Westberlin zu den Westalliierten USA, Frankreich und UK.
Zunehmende Spannungen zwischen den beiden Seiten führten 1948/49 zu einer Blockade Westberlins durch die Sowjetunion, weshalb die westlichen Alliierten die Luftbrücke einrichteten, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Gründung der BRD 1949 verschärfte auch in Berlin den eisernen Vorhang*. 1960/61 flüchteten Hunderttausende vor den immer schlechter werdenden Bedingungen vom Osten in den Westen, bis der Bau der Mauer 1961 dies lebensgefährlich machte. Erst 1989 konnte Deutschland und Berlin die Wiedervereinigung feiern. 1991 wurde der Sitz von Regierung und Parlament wieder von Bonn nach Berlin verlegt.